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Panama City Beach/Florida: Blaue Stunden – gern mit Stil

Der Badeort Panama City Beach/Florida hat für März/April seinen Ruf weg als Hot Spot wilder Spring-Break-Partys der College-Kids – trotz polizeilicher Restriktionen. In den Sommerferien sorgen Familien aus dem Binnenland für lebhaftes Treiben. Bleibt für Genießer die Zeit off-season, wenn die traumhaften Sandstrände in PCB frei von Massen und blaue Stunden stilvoll sind. 

* © alle Fotos Ulrike Wirtz, soweit nicht anders vermerkt

Sichtlich genüsslich und voll konzentriert führt Josh Dittrich den Joystick des Helikopters. Außer für den Piloten hat der feine, kleine Hubschrauber Typ RR 44 Platz für gerade einmal drei etwas beengt sitzende Passagiere, zwei hinter dem Piloten, einer neben ihm. Andererseits kommt das erhebende Gefühl eines quasi Privatfluges auf. Josh lässt den Heli per Joystick-Bedienung abheben, an Höhe gewinnen, unter dem typischen Bullern der Rotoren abdrehen vom Startpunkt. Schon geht es über Baumgipfel, aufs Meer zu und übers Wasser. Pilot Josh weist fast stolz auf das, was sich nun aus der Vogelperspektive darbietet: weißer Sandstrand scheint’s endlos lang und davor smaragdgrünes klares Meer; der Golf von Mexiko, von US-Präsident Trump einfach umbenannt in Golf of America. Josh: „Der Anblick begeistert mich immer noch, obwohl ich die Strecke so oft fliege.“

Gern lassen sich die Passagiere mitreißen, Augen hierher, Augen dorthin an diesem Mai-Tag mit Hochsommer-Feeling. Das alles beschert die nordwestliche Küste von Florida, dem Sunshine-State im Südosten der USA. Das akzentfreie Deutsch des jungen Mannes outet seine deutschen Wurzeln. Er komme aus Trier, sei seit drei Jahren Pilot in Panama City Beach bei Panhandle Helicopter – „so lange halte ich auch eine amtliche Lizenz, um andere im Heli-Fliegen auszubilden“, so der 24-Jährige. Sight-Seeing-Routen bietet Panhandle Helicopter verschiedene an. Unser Trip wird rund eine Stunde dauern, führt an den Ufern des Badeorts am Golf entlang und ist schon irgendwie fancy, um die Gegend zu erkunden. „Die Leute mögen das, auch weil schon noch etwas Besonderes. Obschon manche erst einmal etwas Angst haben“, sagt Josh. Das gäben seine Passagiere auch zu. „Doch sobald sie von hier oben das Panorama sehen, haben sie nur noch Augen und Ohren dafür. Euch geht es ähnlich, oder?“

Heli-Sightseeing - Blick auf den Golf von Mexiko Foto Ulrike Wirtz
Sight-Seeing vom Heli über den Golf von Mexiko, den Präsident Trump einfach umbenannte in Golf of America*(c)

Sicher ließ sich manches schon beim Anflug per Linienmaschine hierher bestaunen. Nun aber sind wir viel tiefer, näher dran und können uns alles länger ansehen. „Natürlich weil der Heli viel langsamer ist als ein Linienflugzeug. Und wir fliegen kleine Bögen und verweilen so länger“ (Josh). Hierher – das ist eine direkt dem Festland vorgelagerte Insel mit dem Badeort Panama City Beach, der zur Stadt Panama City, Sitz von Verwaltung und kommerziellem Hafen, gehört, auf dem Festland der sogenannten Panhandle Floridas. Panhandle, weil der Norden von Florida, betrachtet auf der Landkarte, optisch an einen Pfannenstiel erinnert. Die „Pfanne“ bildet Süd-Florida, die große Halbinsel, die sich von Norden nach Süden zwischen Atlantik und Golf von Mexiko im südöstlichen US-Zipfel erstreckt.

27 Meilen feinster zuckerweißer Sandstrand und smaragdgrünes Meer

Panama City Beach hat auf seinem Eiland 18.000 Einwohner, die nächste Großstadt ist Tallahassee, Floridas Hauptstadt zwei Autostunden, 130 Meilen, gen Nordosten. Der Badeort ist in den Hauptsaisons Massenziel für Touristen vor allem aus den Nachbarstaaten, da gut per Auto zu erreichen. Wer lieber in die Region fliegt, der nutzt den Airport Northwest Florida Beaches International, kurz ECP. Und fährt von hier nur 20 Autominuten, und schon stehen die Füße in den von der Sonne gewärmten Fluten vor Panama City Beach.

Zuckerweißer Sand und smaragdgrünes Meer in PCB *(c)
Zuckerweißer Sand und smaragdgrünes Meer, Lagune und Bay – vor allem dafür steht PCB*(c)

Was als wahrer Tourismus-Magnet des Badeorts gilt, ist per Rundumblick wunderbar vom Heli zu sehen: dass es von dem makellosen Sandstrand vor smaragdgrünem klaren Wasser gleich 27 Meilen gleich 43 Kilometer gibt. Das Weiß des Sandes wird in Werbebroschüren gern als Zuckerweiß gelobt, was sich vor Ort bestätigt, und wurde den Golf-Ufern im Nordwesten Floridas dereinst von der Erdevolution als Quarzsand beschert. Den trugen Erdmassen aus dem Norden mit bis ans Meer. Zur Natural Beauty gesellen sich durch das Wasser cruisende Boote meist in Weiß und optisch durch den Kontrast zur Farbe des Meeres ein Augenschmaus. Einige Boote fahren unter weißen Segeln.

Alles Freizeit-Boote, ob eigenes oder gechartert und ganz typisch für den Floridian Lifestyle. Was man von oben nicht erkennt: Die Leute auf den Motoryachten frönen oftmals dem Hochseefischen per Angeln. Andere fahren mit den Booten zu den Gründen für das Wracktauchen, für das Taucher-Zeitungen Panama City Beach rühmen, zumal in den Tiefen eigens ausgemusterte Kähne als Tauchobjekte – nach dem Ausschlachten und Recyceln – versenkt wurden. Andere Bötchenfahrer genießen allein das Cruisen. Dagegen sind die Segelboote mit ihrem besonderen Bootsführer-Know-how unterwegs, der eine mehr, der andere weniger sportlich segelnd.

Verbindung zum Panama-Kanal

Die großen Pötte der Berufsschifffahrt dagegen lassen sich weit draußen auf dem Golf verorten. Was nicht von unserem Standort in der Luft zu sehen ist, aber zur Region gehört, sind die größten Arbeitgeber vor Ort: die Militärbasen. Josh: „Vor allem die Tyndall Air Force Base weiter südlich am Ufer. Die wurde 2018 von Hurrikan Michael hart getroffen und wieder aufgebaut. In PCB stationiert sind Naval Support Activity und Coast Guard.” Wieso überhaupt die Namen Panama City und Panama City Beach, letzteres von Locals und Stadtvermarktung gern PCB abgekürzt: laut Historie weil Panama City zu Anfang des 20. Jahrhunderts der nächste US-Hafen zur gleichnamigen Stadt am mittel-amerikanischen Panama-Kanal war. Damals war die Wasserstraße gebaut worden.

Heli-Sightseeing Blick auf Beach Boulevard mit den Hochhäusern Foto Ulrike Wirtz
Vom Heli der Blick Richtung Beach-Boulevard mit Hochhäusern direkt am Beach, im Hinterland St. Andrews Bay*(c)

Die Namensvetterin in Florida sollte erster Verbindungshafen der USA zur wichtigen neuen Handelsstraße werden. Das ließ die kleine US-Stadt wachsen, den vorgelagerten Badeort in maritimer Toplage dagegen gab es noch nicht. Der wurde in den 1930er Jahren für Autos zugänglich gemacht durch den Bau von Highway 98 und Hathaway Bridge über das St. Andrew’s Bay. Das brachte erste Auto-Touristen. Daher entstand PCB mit Ferienwohnungen anfangs in Form kleiner Cottages, zu denen sich mit immer mehr Betrieb immer mehr High-Riser mit Ferienapartments direkt den Strand entlang gesellten. Die sind auch aus der Luft unübersehbar, aber machen nur die eine Seite des Orts aus und sind außerdem nicht untypisch in Badeorten an Floridas Küsten.

Traumlage und auch noch pure Natur

Trotz viel Betrieb blieb weitere attraktive Natur in PCB erhalten und erschließt sich wiederum gut von oben betrachtet und erklärt von Pilot Josh. Nämlich die Traumlage auf der Halbinsel mit dem Golf auf der einen Seite und St. Andrew’s Bay auf der anderen, daran anschließend das Festland wie gesagt mit Panama City etc. Aus der Vogelperspektive zeigt sich, wie die Insel mit dem Badeort schön unbewohnt im Süden endet, wo grün bewachsene Eilande mit Natur pur und mehr malerische Sandstrände in Weiß vor smaragdgrünem Meer warten. Sie sind Teil des unter Schutz stehenden, nicht bebaubaren St. Andrew’s State Park. Dorthin werden wir uns später per Segel-Katamaran – noch so ein fancy Gefährt – zum Schnorcheln etc. aufmachen.

Dort wird das Meeresgetier nah an einen heranrücken, auf das der Pilot nun aus der Höhe verweist und das im klaren Meer wie Schattenspiele wirkt: „Seht auf ein Uhr die blitzschnellen Schatten. Das sind Rochen – Stingrays – und von hier oben leicht zu erkennen an der Dreiecksform.“ Ihre langen Stacheln sind aus der Höhe nicht auszumachen, aber zu sehen ist schon, wie sie wie kleine Tornados unter Wasser dahinjagen. „Seht nicht weit davon entfernt die große Schildkröte. Wie sie durchs Wasser gleitet. Das ist ihr Element. An Land sehen die immer so träge aus.“ Momente später sagt Josh: „Da auf zehn Uhr, der lange große Fisch mit platter Nase – das könnte ein Hai sein, aber nicht ein weißer. Dafür ist der viel zu klein.“ Wieder Momente später lenken einen gottseidank Delphine ab, tauchen auf, machen wie bestellt einen Sprung durch die Luft, tauchen wieder ein.

Generell günstig-unprätentiös

Wer sich das alles bei beschaulicher Atmosphäre wünscht, kommt in den Nebensaisons im Oktober/November und Mai/Juni mit bestem Wetter unter tropischem Himmel. „Es kommt bei uns wirklich auf die Saison an, wenn Gäste auf Ruhe und wenig Betrieb Wert legen“, betont Katja Chatfield, seit einigen Jahren General Manager des Hotels Embassy Suites by Hilton Panama City Beach. Sie ist gebürtig aus und aufgewachsen in Franken. Das von ihr seit Jahren gemanagte Hotel ist komfortabel, top gelegen am Beach, Betrieb und Flair in ihrem Haus off season wie nun im Mai sind angenehm. „Dagegen wird es in den Hauptsaisons in PCB einfach voll, weil der Badeort als vergleichsweise günstigeres Ziel für Familien gilt.“

Daher geht es in den Schulferien, auch an Weihnachten, und Feiertags-Wochenenden wie Thanks-Giving Ende November sehr lebhaft zu. Das gilt nicht nur in den auf die Kids angelegten Vergnügungen wie den Gulf World Marine Park mit Delphinen, den Shipwreck Island Waterpark mit den Planschbecken für die Kleinen und Riesenrutschen für die Großen und nicht zuletzt das für Jung und Alt spannende Museum of Man in the Sea mit seiner sehenswerten Sammlung von Taucheranzügen aus verschiedenen Epochen. Desgleichen Pier Park, der wie ein gewachsener Ortskern angelegt ist mit Straßen, aber autofrei, mit Läden, Cafés, Karussell, Spielplatz, IMAX-Kino, Riesenrad, Kneipen und Restaurants.

Der Badeort am Golf hat nicht nur Highriser - siehe das angenehme Hilton Embassy Suites Foto Ulrike Wirtz
Kein High-Riser – das Hilton Embassy Suites*(c)
Vergnügungsviertel Pier Park in PCB Foto Ulrike Wirtz
Eine Art Downtown PCB nur zum Vergnügen – Pier Park*(c)

Weil ein Ort des Massentourismus in den Hauptsaisons, ist auch die Infrastruktur in Sachen Wohnen entsprechend ausgerichtet, bietet daher vor allem Ferienwohnungen sprich Condos, oft gut ausgestattet mit Küchenzeile, in jeder Preiskategorie und meist eben in den Hochhäusern mit 20 bis 30 Etagen. Manche der High-Riser liegen top direkt in erster Reihe am Ufer, verstellen in ihrer Breite zwar auf einige Meter die Küste, haben andererseits Balkone mit 1a-Aussicht aufs Meer. Schöner bzw. individueller auf Zeit lässt sich in PCB auch wohnen und zwar in ansehnlichen Villen und Cottages etwa an nördlicheren Strandmeilen in den Carillon Rental Cottages mit ihren hübschen Gärten.

Bloß nicht zur Spring Break

Und wehe, es ist Ende März/Anfang April in PCB. Dann ist Spring Break-Time, PCB ein Hotspot für die Jugend, zumal auch dann vergleichsweise günstig. Nun ist gar nichts mit Beschaulichkeit und stilvollen blauen Stunden. Vielmehr ist der Strand schwarz von College-Kids, wie Fotos zeigen. Auch Josh hatte erzählt, wie er das schon hat aus der Höhe bestaunen können. Jungvolk zu Tausenden tummeln sich am Beach, füllen sich in Kneipen quer durch den Ort ab, laute Open Air Musik inklusive. Es geht teils so exzessiv zu, dass die Behörden mitsamt Polizei seit mehreren Jahren schon mit Maßnahmen wie Alkoholverboten am Strand und auf den Straßen, früheren Sperrstunden und starker Polizeipräsenz reagieren. Denn den guten Ruf als Ganzjahresziel für Familien will PCB nicht riskieren und sähe eigentlich auch im Frühjahr lieber junge Familien als die wild feiernden College-Kids.

Beschaulich in den Nebensaisons

Bleiben wie gesagt die Monate Mai/Juni und Oktober/November. Nun wird man allerorts kaum mit leidigen Straßenstaus konfrontiert, nicht mit Schlangen an den Ausgaben von Liegestühlen. In Muße lassen sich Strandspaziergänge machen und lässt sich am Abend fast ungestört mit den Füßen im zuckerweißen Sand beobachten, wie die Sonne im Golf-Gewässer untergeht.

Finns Barista Bar serviert auch Veggie zum Fruehstueck Foto Ulrike Wirtz
Finns Barista Bar serviert auch Veggie-Frühstück*(c)
Sharky‘s Beachfront Restaurant *(c)
Sharky‘s am Beach mit Tiki-Bar und relaxt essen und trinken*(c)

Stressfrei und ohne Reservierung lässt sich einkehren, selbst im angesagten Beach-Lokal Sharky’s Beachfront Restaurant direkt am Strand mit Tischen auch im Sand. Ganz ohne Reservierung läuft es in Finn’s Barista Bar, ein Lokal in einer Art simpler Hütte und angesagt für Frühstück und Lunch, auch veggie und vegan. Warteschlangen in Stoßzeiten sind im Finn’s üblich.

Kein Fünf-Sterne-Betrieb und doch ab und an fancy

Verkehrt ist in PCB egal zu welcher Saison, wer auf Fünf-Sterne-Hotels steht. Die sucht man vergebens hier. Überhaupt lässt sich die Location zwischen Golf und St. Andrew’s Bay nicht vergleichen mit der am Atlantik in Süd-Florida liegenden Lifestyle-Metropole Miami Beach. Die ist mit Fünf-Sterne-Hotels an ihren Strandmeilen gepflastert, ist berühmt weltweit für ihre angesagte Club- und Gastro-Szene. Daher tummeln sich dort auch Stars und Sternchen aus Hollywood und der Musikindustrie und kosten Ferien egal wann im Jahr entsprechend mehr. In PCB dagegen kein High-Society-Stress, keine Dress-Up-Codes. General Manager Katja, die sich gern auch im Dirndl wie typisch für ihre alten Heimat zeigt: „Wir in PCB sind unprätentiös und selten schick. Bei uns ist alles echt easy living.“

Mit Stil Essen und Trinken in PCB

Was eben – siehe Heli-Tour – nicht heißt, dass es nicht doch mal extravagant, gut und sogar schick sein darf. Lukullisch zum Beispiel gilt als eine angesagte-Adresse weit und breit und das seit langem Capt. Andersons‘ Restaurant & Waterfront Market, ein Familienbetrieb seit 1967, eher rustikal gehalten und hochgelobt für die Top-Qualität bei Fisch und Fleisch und für seine große Auswahl an national wie international guten Weinen und Champagner. Es liegt in einer Marina mit Fischer- und Freizeitbooten an den Stegen direkt an der Lagune, hat Platz laut Website für 725 Leute und deckt seine Tische fein mit Stoffservietten ein. Das Motto heißt: „No heavy sauces“ – keine schweren Saucen – und wird eingehalten. Und der Service läuft für die Kunden, sobald drin, wie am Schnürchen.

Capt. Andersons' Restaurant serviert solche frusch gefangenen Meeresfrüchte Foto Ulrike Wirtz
Capt. Andersons‘ Restaurant serviert solch frische Meeresfrüchte…*(c)
Capt.-Andersons' Catch Of The Day Foto Ulrike Wirtz
…und auch Catch of the Day wie diesen – alles ohne heavy sauce*(c)

Bei Cap. Andersons‘ heißt es nämlich auch, vorsorglich Geduld mitzubringen. Denn selbst an einem Mittwochabend im Mai reiht sich eine lange Warteschlange vor der Tür auf, an der auch auffällt, wie sehr sich die Leute höflich in Geduld üben, wie in USA üblich. „Das Lokal ist immer stark frequentiert“, sagen Hobby-Fischer, die am Restaurant um die Ecke gerade ihren Tagesfang sortieren, nachdem sie von hier aus am Morgen mit Charterboot rausgefahren waren. „Wir haben kiloweise Snapper geangelt – in nur acht Stunden draußen. Gleich geben wir unsere Fänge hier ab und bekommen sie gesäubert zum Mitnehmen zurück. Wir können uns wünschen, ob unsere Fänge fertig zum Grillen oder zum Einfrieren aufbereitet werden.“ Was für ein Service. 

Edel speisen und Top-Weine verkosten im Reserve Room

Ganz anders die Location The Reserve Room nahe Hombre Golfplatz hinter Downtown PCB, da eine gehobene Adresse. Das sieht man schon an der erlesenen Einrichtung und wie fein die Tische eingedeckt sind – ganz comme il faut. Es ist ein Private Dining, das heißt, Plätze müssen immer fest reserviert werden, die Party startet nur ab einer Mindestzahl, und Chef Philippe Robles kreiert ein Mehrgang-Menu. Zum Beispiel Charcuterie Selction, dazu ein Pierre Moncuit Delos Grand Cru Brut Champagner. Danach ein Hawaian Walu White Tuna Sashimi, dazu eine Amici Cellars Sauvignon Blanc. Und und und.

Eine sehr feine Adresse zum Essen und Trinken - der Reserve Room Foto Ulrike Wirtz
Eine feine Adresse für Private Dining – der Reserve Room*(c)
Der Chef vom Reserve Room Philippe Robles steht für feine  Kochkunst aus Europa und USA Foto Ulrike Wirtz
Reserve Room-Chef Philippe Robles kochte in Tophäusern in Europa und USA*(c)

À la carte gibt es nichts. Dafür erzählt Philippe Robles gern einiges zu den Speisen und seiner Person: „Ich habe unter anderem an der französischen Cote d‘Azur und im schweizerischen Genf in Michelin-prämierten Restaurants Kochen gelernt und mein Know-how verfeinert.“ Zur Philosophie des Küchenchefs gehört, seine lukullischen Genüsse immer mit von ihm und dem Sommelier ausgewählten Weinen zu kredenzen, ob europäische oder globale Gewächse oder kalifornische Top-Tropfen aus dem Nappa Valley und Sonoma. Das hat seinen Fix-Preis, kostet durchaus bis zu 275 Dollar pro Person inklusive Tipp, je nach Weinen auch mehr. Dafür gibt der Sommelier zu jedem Tropfen Erläuterungen über Herkunft und Eigenarten der Weine. Einfach gut das Konzept. Es finden aber auch Abende statt zum kleineren Preis, etwa für 65 Dollar pro Person nach dem Motto Wine, Cheese & the Russian River: mit roten und weißen Tropfen vom Flusstal in Sonoma/Kalifornien, die berühmt sind für ihr Reifen im kühl-sonnigen Pazifik-Klima.

Unter Segeln zum Schnorcheln

Stilvolles PCB – was das Fortbewegungsmittel angeht, geht es auch zu Wasser fein weiter, folgt auf den Heli der Segel-Katamaran. Das Boot verchartert Island Time Sailing in Panama City Beach und operiert vom alten, nun aufpolierten Anlegesteg mit Bar namens Dock‘s in PCB aus. Kapitän bzw. Skipper, wie es in der Yachti-Spache heißt, ist Clay Evans, der erklärt: Der Katamaran sei 50 Feet, also rund 17 Meter lang, und heiße Katamaran, weil er die zwei Rümpfe hat. „Meine Crew und ich sorgen hoffentlich dafür, dass Ihr viel Marine Wildlife seht.“ Weiß ist seine Yacht, hat Platz für bis zu 65 Passagiere auch unter Deck, kommt aber viel komfortabler und idyllischer über mit kaum 20 Passagieren und weniger.

Unter Segeln auf dem Katamaran nach Shell Island * (c)
Stilvoll mit dem Katamaran über den Golf nach Shell Island segeln*(c)

Alle finden nach und nach ihren Platz, ob vorne am Bug sitzend oder im Netz liegend, das zwischen den beiden Rümpfen vorn gespannt ist oder vor dem Mast hockend, weil für zu Seekrankheit neigende der stabilste Platz an Bord. Schnell vermittelt das Gefährt ein Gefühl von Luxus, nicht nur weil sich neben dem Kapitän noch zwei Deckhands um Boot und Gäste kümmern, indem sie Getränke kredenzen und Snacks.

Oder sie ordnen die Takelage und setzen nach dem Ableger auf dem Meer die Segel. Der Motor läuft leise unterstützend mit. Ziel ist erst der St. Andrew’s State Park und das daran anschließende Eiland Shell Island. Ein unerschlossenes Inselchen von 700 acres mit zuckerweißem Sandstrand und Marschland dort, wo Salzwasser sich mit Süßwasser aus dem Bay vermischt. Die Natural Beauty war schon vom Heli aus zu bewundern. Skipper Clay erzählt, wie in den Ferien und an langen Feiertagswochenenden hier der Bär los sein kann. Nicht weil man auch ohne Boot an diese Strände kommt: erst per Fahrrad oder Auto zum Gate von St. Andrew’s State Park, von da ein gutes Stück zu Fuß. „In den Nebensaisons sind die Strände von St. Andrew’s Park die meiste Zeit eher leer“, so Kapitän Clay. So auch jetzt im Mai.

Mit Captain Clay Evans auf nach Shell Island  (c)
Relaxt – Captain Clay auf seinem Kat nach Shell Island*(c)
Shell Island ist perfekt zum Schnorcheln* (c)
Vor dem Eiland können auch Ungeübte schön schnorcheln*(c)

Umso schöner wird die Tour mit dem quasi privaten Segelboot, weil der Skipper nach Ankunft in einer Art Lagune an einem ruhigen Platz vor der Insel Ausschau hält und ankert. Das Wasser ist hier gerade mal 2,00 Meter tief. Nun Schnorchel raus oder Paddle Board zu Wasser lassen, alles im Trip inbegriffen, und rein ins smaragdgrüne Wasser. Schnorchelnd ist nun aus der Nähe zu sehen, was auch aus der Vogelperspektive auszumachen war, nur dass alles jetzt zum Greifen nah zu sein scheint. Rochen jagen über den sandigen Boden. Schildkröten ziehen ihre Bahnen.

Delphine spielen gern um Boote herum, hier als Schatten im Golf  *(c)
Delphine spielen im Golf von Mexiko gern um Boote herum, hier zwei als Schatten unter Wasser *(c)

Was von oben nicht zu sehen war, sind kleine Fische in Schwärmen, die zu Hunderten auf einen zu- und weiterschwimmen. Skipper Clay verspricht für den Rückweg durch den Golf, dass wir dort auf Delphine treffen. Und hält sein Wort – wie schon Heli-Pilot Josh zuvor. 

Wichtige Websites, Social Media und weitere Info 

Allgemeines zu Panama City Beach, auch Unterkünfte und Attraktionen www.visitpanamacitybeach.com. Social Media: Twitter @Visit_PCB; #RealFunBeach; Instagram @Visit_PCB; #ReanFunBeach; Facebook @Visit Panama City Beach; #RealFunBeach

Flug Ziel ist der Airport Northwest Florida Beaches International mit dem  Kürzel ECP, mit weltweiter Anbindung, auch nach Deutschland: ab Frankfurt und München mit Umsteigen etwa über Houston mit Lufthansa und United und via Atlanta mit Delta.

Leihwagen Das Auto in Deutschland zu mieten ist immer günstiger, auch bei US-Rental-Cars-Companies wie Alamo. All-In-Angebote oft am besten www.alamo.de

Hoteltipps Embassy Suites by Hilton Panama City Beach – angenehm schon weil kein Hochhaus, moderne große Zimmer, Pool und top seine Lage am Beach-Boulevard. Mit der deutschen Chefin Katja Chatfield www.hilton.com. Gepflegt wohnt sich auch in den Condos von Carillon Beach Rentals, ebenso keine High-Riser; zehn Autominuten nördlich von Pier Park an der Strandstraße www.https://www.carillonbeachrentals.com

Spezialisten Helikopter-Sightseeing https://panhandlehelicopter.com. Per Segel-Katamaran zum Schnorcheln https://islandtimesailing.com

Erwähnte Restaurants Sharky’s Beachfront Restaurant: https://sharkysbeach.com. Capt. Andersons’ Restaurant & Waterfront Market https://captanendersons.com. The Reserve Room https://reserveroomfl.com. Noch eine Top-Adresse für Fine Dining mit Fleisch und frisch Gefangenem aus dem Meer: das Fire Fly. Seine Bar ist eingerichtet wie eine Bibliothek, das Restaurant schick eingedeckt. Barack Obama war schon zu Gast, wie Fotos von ihm mit Widmung zeigen https://www.fireflypcb.com

Typisch Florida – Airboats brettern mit Getöse und im Wortsinn spritzig durch das Marschland, dort wo Salz- und Süßwasser – Fresh Water – sich vermischen und eine spezielle Flora und Fauna entstand. Bootstouren gibt es auch für zahlende Gäste auf diesen wenig eleganten, dafür ungewohnten Booten. Das Marschland ist typisch altes Florida und breitet sich im Hinterland von PCB aus, wo St. Andrew’s Bay, kleine Lagunen und Flüsschen sich mit Meerwasser verbinden. Da der Wasserstand – ganz typisch – flach ist, haben Airboats kaum Tiefgang, scheinen dahinzufliegen, wenn ihre Skipper wie Kaleb von Wild Thang Airboat Tours, auf den Gashebel drücken. Wie dann das Boot quasi übers Wasser gleitet, wie der große Ventilator am Heck es antreibt. Kaleb: „Airboats fahren auf einer papierdünnen Schicht Wasser. Das hohe Tempo besorgen PS-starke Motoren. Unserer hat 600 PS.“Motor und Ventilator werden umso lauter, je höher der Speed. Das dürfte Naturfreunde eher abschrecken. https://www.wildairboat.com.

Im Marschland des  alten Floridas unterwegs auf lauten Airboats*(c)
So durch das Marschland – laut auf einem Airboat*(c)…
Gemächlich zu Fuß durch das Marschland im Conservation Park *(c)
…oder so – ruhig unterwegs im Conservation Park*(c)

Typisch Florida – Wer also das Marschland beschaulich entdecken möchte, durchwandert die Landschaft im Conservation Park nur wenige Auto-Kilometer entfernt vom Bootsableger (Foto oben re). Im geschützten staatlichen Areal sind Trails angelegt, auf denen man bleiben sollte – Achung Alligatoren. Sie leben im Marschland, aber auch Libellen, Schmetterlinge, Weißkopfadler oder Rotwild und Wildschweine. Trails sind ab knapp drei Kilometer (1,7 Meilen) bis zu gut 17 Kilometer (elf Meilen) lang. Die Wege sind beschildert, auch mit Learning Stations (Info und Fotos) zu dem, was sich am Weg oder im Gebüsch tut. Der Park wurde mit einem ausgefeilten Wassermanagemnt System in Marschland zurückgeführt, um die Naturzustände wieder herzustellen und für die Nachwelt zu konservieren https://pcbgov.com

Auf Dolly Partons Spuren Junge, jung Gebliebene und Fans der jüngst verstorbenen Dolly Parton zieht es in die Pirates Voyage Dinner & Show, ein Event mit Tanz, Akrobatik, Lichtspielen und Musik, in PCB. Die Country-Legende war Initiatorin und Eigentümerin der Show. Erzählt wird die wahre Story zweier rivalisierender Seeräuber in der Region im 17. Jahrhundert. Das mit tollen Piraten-Kostümen, bombastischem Bühnenbild inklusive 15 Feet gleich drei Meter tiefem Wasserbassin als Lagune. Das schafft das Flair für spektakuläre Fights zwischen den Crews der Piratenschiffe Crimson und Sapphire https://piratesvoyage.com  

Pirates Voyage Dinner & Show, inszeniert und betrieben von der gerade verstorbenen Dolly Parton *(c)
Für kleine und große Kids in PCB – die Pirates Voyage Dinner & Show, inszeniert und betrieben von der gerade verstorbenen Dolly Parton*(c)

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