Der SĂŒdstaat Louisiana war im SĂŒdwesten bis zur Golf-KĂŒste einst teilweise Niemands-Land. Heute gefallen am Weg hierher historische GemĂ€uer und Garten-Zauber. In alten Tanzhallen steppt der BĂ€r, und wer will, tanzt mit. SĂŒmpfe und Marschen sorgen fĂŒr Begegnungen mit Alligatoren – sicher vom Boot aus. Und am Meer warten SandstrĂ€nde ohne Bettenburgen und Beach Boulevards. Ein Road-Trip als Rundkurs mit Rekord.
Erst kurz nach Norden, dann gen Westen in Louisiana
Die Sonne ist untergegangen am Lake Pontchartrain an diesem Mai-Abend. Der See dehnt sich von New Orleans nord-westlich aus. Und sein Wasser droht bei Hurrikans New Orleans im SĂŒdosten des Sees zu ĂŒberfluten, so dass sechs Meter hohe Deiche errichtet wurden. 2005 vergebens, als Hurrikan Katrina Deiche brechen lieĂ und New Orleans von Flutwellen des Lake Pontchartrain getroffen wurde. mehr
Der SĂŒdstaat war im SĂŒdwesten bis zur Golf-KĂŒste einst teilweise Niemands-Land. Heute gefallen am Weg hierher historische GemĂ€uer und Garten-Zauber. In alten Tanzhallen steppt der BĂ€r, und wer will, tanzt mit. SĂŒmpfe und Marschen sorgen fĂŒr Begegnungen mit Alligatoren – sicher vom Boot aus. Und am Meer warten SandstrĂ€nde ohne Bettenburgen und Beach Boulevards. Ein Road-Trip als Rundkurs mit Rekord.
Erst kurz nach Norden, dann gen Westen
Die Sonne ist untergegangen am Lake Pontchartrain an diesem Mai-Abend. Der See dehnt sich von New Orleans nord-westlich aus. Und sein Wasser droht bei Hurrikans New Orleans im SĂŒdosten des Sees zu ĂŒberfluten, so dass sechs Meter hohe Deiche errichtet wurden. 2005 vergebens, als Hurrikan Katrina Deiche brechen lieĂ und New Orleans von Flutwellen des Lake Pontchartrain getroffen wurde.
Typisch an Bayous, Seen und Golf-Ufern – HĂ€user auf Stelzen, um den Flutwellen zu trotzen Foto Ulrike Wirtz
An dem Mai-Abend ist aber kaum Wind, es sind noch Wochen bis zur Hurrikan-Saison, und am nordöstlichen Seeufer schwappt das Wasser leicht gegen die steinerne Befestigung. Einige Boote sind auf dem Wasser unterwegs. Das ist schön anzusehen vom Logenplatz: der Balkon des Restaurants Rips on the Lake, gelegen am nordöstlichen Ufer im StĂ€dtchen Mandeville. Als Sun-Downer gibtâs Cocktails, vielleicht Vodka Gimlet oder Rips Hurricane, aber dann doch lieber einen Sauvignon Blanc.
# New Orleans – IS 10 West, Pontchartrain Causeway North, LA 1087 East – Mandeville – 50 KM
Der See und Mandeville ist der erste Stopp des Road-Trips mit Rundkurs durch Louisianas SĂŒdwesten bis zur KĂŒste des Golfs von Mexiko. Der Trip fĂŒhrt wegen Lake Pontchartrain erst kurz gen Norden – mit Start in New Orleans. In der ikonischen SĂŒdstaaten-Metropole stimmte der Trip mit angesagten Musts ein: blaue Stunden mit Jazz und Blues-Musik, mit Entdeckungstouren tagsĂŒber durch das dann ruhige AmĂŒsierviertel French Quarter und seiner berĂŒhmten Bourbon Street und illustren alten HĂ€usern im Viertel. Und dazu der absolute Kontrast: der seit dem Civil War (1861-1865) angesagte Garden District von New Orleans mit schattigen Alleen und Villen in alter SĂŒdstaaten-Pracht, die unter Denkmalschutz stehen. Einige stammen noch aus dem frĂŒhen 19. Jahrhundert, von vor dem Krieg also, und sind schön restauriert. Sehr empfehlenswert: eine Tour mit Guide.
Ultimative SeebrĂŒcke
Danach geht es auf dem Weg nach SĂŒdwest erst ĂŒber den Lake Pontchartrain. Es gibt zwei Optionen bei der Route – eine ĂŒber die Interstate IS 10 East am östlichen Seeufer vorbei und am Ende des Sees links ab auf die IS 12 West. Die zweite Option folgt geradeaus gen Norden dem Lake Pontchartrain Causeway – und ist unsere Wahl, da als Rekordstrecke ultimativ fĂŒr Road-Trip-Fans. Denn der Causeway ist eine SeebrĂŒcke und 38,442 Kilometer (23,75 Meilen) lang, fĂŒhrt die ganze Distanz immer nur ĂŒber Wasser und ist damit die lĂ€ngste SeebrĂŒcke ihrer Art in der Welt. So nachzulesen etwa im Guinness-Buch der Rekorde.
Zum Vergleich: Aktuell entsteht im Ostsee-Bad Prerow eine 720 Meter lange SeebrĂŒcke, ist damit die lĂ€ngste ĂŒber die Ostsee. Oder man stelle sich eine 40 Kilometer lange BrĂŒcke ĂŒber den Bodensee vor. Der hat jedoch nur 536 Quadratkilometer FlĂ€che. Lake Pontchartrain, der vom Mississippi River gespeist wird, misst mit 1839 Quadratkilometer gut das Dreifache. Die Autofahrt ĂŒber diese BrĂŒcke ist mein persönlicher Rekord, da bisher nicht 40 Kilometer im Auto nur ĂŒber Wasser gefahren. Den Trip begleitet noch dazu das GefĂŒhl, als gleite der Wagen auf dem Wasser dahin wie ein Boot.
Das GefĂŒhl stellt sich ein, weil die WasseroberflĂ€che zum Greifen nah scheint, da die BrĂŒcke so niedrig ist. Und da auch ihre GelĂ€nde so niedrig sind, verstellen sie kaum den Blick aufs Wasser. Als i-TĂŒpfelchen fĂŒhrt die BrĂŒcke in der Mitte ĂŒber den riesigen See, d.h. rechts und links, vorne und hinten vom Auto nichts als Wasser. Kilometer fĂŒr Kilometer. Nun danach am Abend stellt sich dank Logenplatz eigentlich Entspannung ein. Die RekordbrĂŒcke ist aber am Horizont an Autolichtern erkennbar. Die wirken wie eine Prozession GlĂŒhwĂŒrmchen, aber mit LĂŒcken je nach Abstand der Autos. Die LĂŒcken werden gröĂer je spĂ€ter der Abend. Bei dem Anblick stellt sich kurz erneut das mulmige GefĂŒhl von der eigenen Fahrt wieder ein.
Nachts mehr Fata Morgana als Rekordhalter – die lĂ€ngste SeebrĂŒcke der Welt ĂŒber den Lake Pontchartrain Foto Ulrike Wirtz
Gut, dass jetzt Kellner Billie gedĂŒnsteten grĂŒnen Spargel zu frischer See-Forelle serviert. Der Gang davor war Krebssuppe auf Basis von Senf-Sahnesauce. Derweil kommt Roslyn F. Prieto, die Restaurant-Chefin, auf einige Worte an den Tisch, fragt, ob es schmeckt, erzĂ€hlt von den AnfĂ€ngen ihres Lokals.
Das Rips on The Lake serviert Meeresgetier fangfrisch – hier seine Shrimps Foto Ulrike Wirtz
Zeigt dann in Richtung BrĂŒcke. âDie siehst Du im Dunkeln nicht ohne Autos.â Und weiter: âManchem unserer GĂ€ste ist die lange Fahrt nur ĂŒber Wasser nicht angenehm. Sie kommen daher lieber den lĂ€ngeren Weg am östlichen Seeufer entlang. Wie frĂŒher.â Sie meint vor 1956, da wurde die BrĂŒcke ĂŒber die Seemitte erbaut. Roslyn hat ihr Lokal im Jahr 2000 ĂŒbernommen. âAnfangs bin ich auch nicht gern ĂŒber den See gefahren. Nun bin ich dran gewöhnt. Und wohin fahrt Ihr als nĂ€chstes?â Ich: âDurch den SĂŒdwesten.â Sie: âIhr sucht bestimmt nach dem Niemandsland. Da seid Ihr selbst nahe der Golf-KĂŒste auch heute ziemlich allein.â
Nomanâs Land â das Areal lag Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen Louisiana und Texas. Hier herrschte Gesetzlosigkeit, was Piraten und windiges Volk anzog. Der Grund fĂŒr fehlende Regeln waren Streitigkeiten ĂŒber die Aufteilung des Areals zwischen den USA und Spanien, beide damals die Herrscher in der Region. Die reichte der LĂ€nge nach von der heutigen Stadt Shreveport im Binnenland bis zur Golf-KĂŒste im SĂŒden. 1821 beendeten die Kontrahenten den Zustand per Vertrag. Roslyn: âNun gingen immer mehr europĂ€ische Siedler dorthin. Aber die KĂŒste und die Region davor blieben weiterhin fast menschenleer. Da ist es noch wie frĂŒher.â Und meint natĂŒrlich nicht die Gesetzlosigkeit, sondern die Natur der Marschen und SĂŒmpfe und die einsame MeereskĂŒste.
# Mandeville â US 190 South, IS 12 East – Honey Island Swamp Tours Crawford Landing – 40 KM
Doch erst locken Marsch- und Sumpfland nahe Lake Pontchartrain. Auch hier ist viel typische Flora und Fauna alter Zeiten zu sehen, weil viel Naturschutz einzog und das, obschon unter Land und Wasser bis hin zum Meer und unter dem Meeresboden Ăl gefördert wird. Mit dem Schutz der Natur kam das lizensierte GeschĂ€ft fĂŒr Bootstouren mit Guides durch SĂŒmpfe und Marschen und sind ideale Exkursionen.
In den SĂŒmpfen fĂ€hrt man sicherer im Boot mit Captain, hier von Veranstalter Honey Island Swamp Tours Foto Ulrike Wirtz
Ein Anbieter seit 1982: Dr. Wagnerâs Honey Islands Swamp Tours in Slidell, ein Nachbarort von Mandeville. Bei Dr. Wagner ist die nĂ€chste Generation am Ruder, Paul und Brenda Trahan. Paul: âWir folgen dem ökologischen Ansatz von Dr. Wagner. Er war Geologe und NaturschĂŒtzer. Die Boote heute sind aus leichtem Aluminium und flach wie eine Flunder und befahren die seichten GewĂ€sser schonend.â
FrĂŒher menschenfeindliche Wildnis, heute Naturparadies
WĂ€hrend er erzĂ€hlt, legt Paul mit 15, 16 Leuten an Bord ab, erklĂ€rt, dass er zunĂ€chst ein StĂŒck ĂŒber den Pearl River fĂ€hrt, dann abbiegt in kleinere verzweigte WasserlĂ€ufe. âIhr wisst es wahrscheinlich â die WasserlĂ€ufe der SĂŒdstaaten heiĂen Bayous. Die sind ĂŒberall im SĂŒden von Louisiana. Dazwischen liegen AsphaltstraĂen â mal breiter, mal schmal, aber breit genug fĂŒr ein Auto. Captain Paul danach eher rhetorisch: âKönnt Ihr Euch das frĂŒhe Leben hier vorstellen?â Erst das der First Nations der Indianer, spĂ€ter der EuropĂ€er. âAlligatoren, Schlangen, giftige Pflanzen, SĂŒmpfe und kaum Wege. Es war tropisch-heiĂ, Regen fiel en Masse. Und ĂŒberall MĂŒcken.â Dass es heute genĂŒgend StraĂen gibt, ist auch der Ălindustrie geschuldet, die gute Infrastruktur brauchte.
Dösende Alligatoren
Unterwegs im Boot stellt sich zunehmend als angenehm heraus, dass die Swamp-Tour von der sicheren Position eines Profiboots mit Guide stattfindet. Denn in den Bayous ist alles dicht bewachsen, Ufer sind nicht mehr erkennbar, stattdessen Wasser, Sumpf und Marsch.
In den Bayous herrscht oft eine Stille, die man zu hören glaubt Foto Ulrike Wirtz
Da bleibt die Orientierung fĂŒr Fremde schnell auf der Strecke. Und schon blinzelt einen ein Alligator aus wachsamen Augen an. Dabei scheint er zu dösen. Sie leben hier dank des hohen SĂŒĂwassergehalts (fresh water). Ebenso Schildkröten, von denen manche stoisch in der Morgensonne auf BaumstĂ€mmen ruhen. Nutrias paddeln vorbei. Am Himmel ziehen Vögel aller Art, auch Pelikane, ihre Bahnen. Auch Adler und Eulen sind heimisch. Im Wasser zeigen sich Seelilien im Naturschauspiel in ihrer exotischen Pracht. Bizarr wirken die Sumpf-Zypressen – wegen ihrer fĂŒrs nasse Umfeld entwickelten Wurzeln, die wie tote BaumstĂŒmpfe aus dem Wasser ragen.
Versteckt leben im Bayou
Dass Sehenswertes aufs Boot und seine GĂ€ste zukommt, merkt man daran, dass der KapitĂ€n den Motor drosselt, bis es lautlos nur noch im Schneckentempo weitergeht. Und so taucht auf einmal ein HĂ€uschen auf hohen Stelzen auf, mit kleinem Bootssteg und Terrasse. Und das mitten im Outback. âHier wohnten frĂŒher sogar Familien mit Kindern, die per Boot zur Schule gebracht wurdenâ, erklĂ€rt Captain Paul. âHeute sind das Wochenenddomizile und gehören meist noch den frĂŒheren Siedlerfamilien. Die halten daran fest. Daher können hier Fremde kaum etwas kaufen.â FrĂŒher hier leben hieĂ kein Strom, Telefon oder TV, bis sich das mit Generatoren und Mobilfunk Ă€nderte. âViele HĂ€user gibt es in den Bayous aber sowieso nicht.â Und manche sind sichtlich Ruinen, zerstört durch Hurrikans, wie Paul erklĂ€rt.
# Honey Island Swamp Tours – US 190, US 11, Bayou Lane – Restaurant Palemettos on the Bayou – 10 KM
Mit dem Boot ginge es gut weiter zum Lunch im angesagten Palmettos on the Bayou in Slidell. Es liegt im GrĂŒnen direkt am Bayou Bonfuca â und hat einen Anleger, da oft Locals den Weg ĂŒbers Wasser nehmen. Zumal Boote regulĂ€res Verkehrsmittel sind. Wir nehmen das Auto wie viele andere das tun. Der Parkplatz ist gut besucht, das Lokal auch. Es ist in der Tradition der SĂŒdstaaten aus Holz und mit diversen Terrassen gebaut. Auf seinen Tischen drinnen liegen feine Stoffservietten.
Das Restaurant Palmettos on the Bayou serviert fein drinnen und casual drauĂen Foto Ulrike Wirtz
Die Terrassen haben Böden in rustikalen Holzbohlen und sind ebenso rustikal möbliert. Hier wird casual serviert, ob Lunch, Dinner und am Wochenende Jazz-Brunch. Die Speisekarte fĂŒhrt gegrillte Austern, Fisch fangfrisch oder Rib-Eye, ebenso in Ăl frittierten Alligator, sprich fried. Alligator ist typisch in Louisianas KĂŒche, ebenso fried, ob Fleisch oder GemĂŒse. Ebenso typisch: âpan tossedâ â sprich in der Pfanne Gebackenes.
# Restaurant Palemettos – IS 12 West, IS 10 West, links ab HW 90 SĂŒd â Lafayette – 240 KM
Mit der nĂ€chsten Etappe geht es auf einen langen Schlag in den SĂŒdwest und das fast immer geradeaus bis zur Stadt Lafayette. Sie hat 120.000 Einwohner, eine UniversitĂ€t mit Campus-Idylle und rund 19.000 Studenten. Am Weg war Baton Rouge, Louisianas Hauptstadt mit 227.000 Einwohnern und alles andere als vertrĂ€umt wie Lafayette , links liegen geblieben. In Lafayette reist es sich gerade auch auf den Spuren der Acadians, die frĂŒhen Siedler mit französischer Abstammung.
Lafayettes Uni-Campus nach den Graduation-Tagen – etwas SpaĂ in rotem Talar darf nun sein Foto Ulrike Wirtz
Ăberall begegnet einem daher der Begriff Acadians. Mit ihnen haben denn auch noch heute Sprache, Kochstil und Kultur viel zu tun. Die ersten Acadians kamen um 1750 in die Region – nach weiten Umwegen, waren sie doch zuerst ins heutige kanadische Nova Scotia emigriert, von dort in die Karibik oder zur Ost-KĂŒste der USA umgezogen und kamen erst danach in Louisianas SĂŒdwesten.
Lafayette und die Acadians
Die Acadians fanden hier eine Welt von Bayous, SĂŒmpfen und Marschen vor â Ă€hnlich wie die Siedler im SĂŒdosten von Louisiana, wo unser Road-Trip startete. 1820 wurde die Stadt Lafayette gegrĂŒndet, anfangs unter dem Namen Vermilionville und umgetauft in Lafayette 1823. Das geschah in Erinnerung an den französischen Ahnen Marquis de la Fayette: dereinst Held der amerikanischen und französischen Revolution und in USA dem General George Washington zu Diensten, der erste PrĂ€sident der USA von 1789 bis 1797. Lafayette war Knotenpunkt fĂŒr Eisenbahn und Handel und Ausgangspunkt vieler Acadians, die weiterzogen ins Nomanâs Land, nachdem es gesetzlich geregeltes Terrain wurde.
Kulturelles Erbe
Die University of Louisiana at Lafayette entstand 1898. Ihre GebĂ€ude und ihr Park stammen teils noch aus diesen AnfĂ€ngen und geben dem Campus eine ansprechend alt-ehrwĂŒrdige AtmosphĂ€re. Heuer ist Sonntag, Campus und Park sind fast menschenleer. Betrieb ist dagegen in Downtown mit dem Architektur-Mix aus ansehnlich-alten GemĂ€uern neben einigen wenigen gesichtslosen BĂŒrohĂ€usern. GroĂe alte BĂ€ume spenden Schatten. Das Wall Street Journal wĂ€hlte kĂŒrzlich Lafayette zur Happiest City in America, das Gallup Institut zur Most Optimistic City. Das ist nachvollziehbar, ist das Flanieren angenehm, die Lokalszene ansprechend und die Auswahl an Boutiquen vielfĂ€ltig. Ein spezieller Anziehungspunkt ehrt die frĂŒhen Siedler: das Acadiana Center for the Arts â kurz ACA – in der Vermilion Street im modernen Glasbau.
Das Bild The Empress (Ăl auf Leinwand) ist eine Leihgabe der Jonathan Ferrara Gallery fĂŒr das Acadian Center of Arts in Lafayette Foto Ulrike Wirtz
Es ist Location fĂŒr Meetings, Ausstellungen und Festivals und dient zugleich als Kunst-Galerie, um Maler auch aus der Region zu fördern. Es wird als Non-Profit-Organisation getragen von acht Landkreisen im SĂŒdwesten, darunter Parish Acadia und Parish Vermilion (Parish ist so etwas wie ein Landkreis in Deutschland). Ausgestellt sind zeitgenössische Keramiken und Malereien, oft mit Bezug zur afrikanisch-französisch-spanischen Tradition in Louisiana. Dazu passt, dass in Lafayette an fast jeder Ecke das typische Französisch des Staats zu hören ist, wie schon in New Orleans. Und wie schon dort ist dem gesprochenen Wort mit deutschem Schulfranzösisch kaum zu folgen.
# Lafayette – HW 90 South â Vermilionville, Fisher Road â 20 KM
Der alte Name Vermilionville lebt heute fort 15 Autominuten sĂŒdlich von Lafayette: im anschaulichen Open-Air-Museum namens Vermilionville. Es wurde 1990 als Kopie eines historischen Orts der frĂŒhen Acadians am Bayou Vermilion erbaut, um die frĂŒheren LebensumstĂ€nde der Siedler zu zeigen.
Historisches Dorf mit Tanzpalast
Das geschieht mit original alten HĂ€uschen bzw. hĂŒbschen Nachbauten und mit typischen originalen Möbeln. Mit Fotos und Infotafeln, zum Beispiel zu den frĂŒheren Baustoffen Schlamm, Moss und Zypressenholz. Mit traditioneller Kleidung, Kochutensilien und GerĂ€ten, auch von frĂŒheren Fallenstellern, die im Sumpf ihrer Arbeit nachgingen, und von Bootsbauern, die die nötigen Fortbewegungsmittel fĂŒr die Bayous fertigten.
Vermilionville bildet die neue Welt fĂŒr die Siedler im 19. Jahrhundert ab – hier ein Webstuhl Foto Ulrike Wirtz
Das Vermilionville informiert, dass weitere Siedlergruppen in die Region zogen: Briten, Deutsche und einstige Sklaven afrikanischer Herkunft, die sich seit ihrer Befreiung durch den BĂŒrgerkrieg ab 1865 an den Bayous im SĂŒdwesten niederlieĂen.
Vermilionville – der einstige Austritt war mit drei Sitzen nicht intim, aber effizient Foto Ulrike Wirtz
Le Bal du Dimanche
Und was ist da los im hallenartigen GebĂ€ude? Seine TĂŒren gehen ab und an auf, Musik ertönt, wird laut und wieder leise, wenn die TĂŒren wieder zufallen. Performance Center steht am Eingang. Drinnen wird getanzt â âwie frĂŒher immer an Sonntagen. Come on, do itâ, ruft ein Herr im Vorbeitanzen dem Neuankömmling zu. Alt und Jung schieben sich im Paartanz ĂŒber das hölzerne Parkett. Andere steppen allein fĂŒr sich umher – klack, klack, klack. Wer will, tanzt mit. Das mehr oder weniger gekonnte Treiben folgt der Musik von Fideln â live gespielt von einem Duo. Auf Plakaten ist zu lesen, wer bei nĂ€chsten Events auftritt: Namen, die unsereins nicht kennt. Die Events heiĂen traditionell-glamourös Le Bal du Dimanche, auch der Ball an diesem Sonntag im Mai. Aber statt Robe tun es heuer auch Jeans und T-Shirt.
Vermilionville – das idyllisches Schulhaus erinnert an harte Zeiten Foto Ulrike Wirtz
Die Musiker demnĂ€chst spielen, wie Fotos des Programms zeigen, auĂer Geige auch Akkordeon â auch das in Tradition der aus Europa stammenden Arcadians. Und ganz anders als die Tradition des Blues, Gospel und Soul in den SĂŒdstaaten: das kulturelle Erbe der einst versklavten African Americans. Deren Musik lĂ€sst sich gut auf dem Mississippi Blues Trail von Louisiana bis in den östlichen Nachbarstaat Mississippi genieĂen, also nicht nur in Musik-Venues in New Orleans. Aber nicht zu verwechseln mit dem African American Heritage Trail: Der befasst sich mit dem Leid und Leben der Sklaven. Aber das sind andere Geschichten und Orte (siehe dazu Lebensart-Reise vom yxyx und vom xyxy)
# Vermilionville – HW 90 South (Richtung Morgan City) – New Iberia â 40 KM
Das nĂ€chste Ziel ist sĂŒdlich von Vermilionville und Lafayette das StĂ€dtchen New Iberia, gegrĂŒndet 1765. Hier lĂ€sst sich bequem durch mehr als 100 Millionen Jahre Erdgeschichte reisen, nĂ€mlich in den Rip van Winkle Gardens mit Villa: das Joseph Jefferson House; und am Lake Peigneur: ein See, der bei einem desaströsen Unfall 1980 auf einmal verschwand. Daran erinnert heute ein aus dem See ragender Kamin. Jeder kann auf diese Zeitreise gehen, da Garten, Villa und See gegen Eintritt offenstehen â anders als frĂŒher, als Villa, JagdgrĂŒnde und See ein in der Wildnis verstecktes Prachtdomizil fĂŒr die Ferien waren.
Von der Wildnis zur Idylle
Doch der Reihe nach. Vor rund 165 Mio. Jahren: entstand ein Salt Dome im Innern der Erde nahe New Iberia, so offizielle geologische Zahlen. Hinzu kamen See und Eiland und das alles in Einsamkeit. 1870: Damals baute Joseph Jefferson – der bekannteste Comedian seiner Zeit, weit gereist und verliebt ins Jagen – auf der Insel eine Villa von viktorianischer Opulenz und nutzte sie einige Monate im Jahr vor allem fĂŒr sein Hobby. Bis heute ist hier alles Idylle. Wie zu Jeffersons Zeiten ruht seine Villa inmitten alter Eichen, thront im ansonsten flachen Land ganz ungewöhnlich auf einer kleinen Anhöhe – wegen des Salz-Doms.
Die Villa Jefferson stand am Beginn der berĂŒhmten Rip Van Winkel Gardens Foto Ulrike Wirtz
Im Haus umgab sich Jefferson mit französischen Empire-Möbeln. âDie sind original aus seiner Zeit. Und hier die Tapeten â sie sind auch original und von Hand gemaltâ, so Guide Madeleine bei der Tour durch das Anwesen. Unter dem schattigen Vordach der Villa mit Terrasse laden auch heute SchaukelstĂŒhle antiker Art zum Relaxen ein. Madeleine: âHier tauschte Jefferson mit GĂ€sten Anekdoten von der Jagd oder von seinem KĂŒnstlerleben aus. – And so on.â Viele Jahrzehnte spĂ€ter seien innerhalb des Salz-Doms Minen und ihre Höhlen entstanden, um das Salz abzubauen. âDer Abbau endete 1980. Mit der Jagd war es seit den 1950er Jahren vorbeiâ (Madeleine).
Stattdessen entstand auf dem Areal 1950 nĂ€mlich ein Zaubergarten, der die Villa auch heute auf mehr als 800 Acres (rund 323 Hektar) umgibt, angelegt vom spĂ€teren EigentĂŒmer John Lyle Bayless Junior. Und benannt nach der ErzĂ€hlung von US-Schriftsteller Washington Irving ĂŒber einen Bauern namens Rip Van Winkle, der sich aus England emigrierend in den Bergen von New York State sieht und in einen Zauberschlaf fĂ€llt und nach 20 Jahren erwacht – nun als freier BĂŒrger der Vereinigten Staaten von Amerika. Selbiger Joseph Jefferson spielte den Rip Van Winkle als seine Paraderolle in einer Adaption fĂŒr SchauspielbĂŒhnen.
ZurĂŒck zu John Lyle Bayless Junior. Der baute in seinem feinen Garten auch ein glĂ€sernes Konservatorium. Madelaine: âDarin wuchsen seinerzeit mehr als 3000 exotisch-tropische Pflanzenspezies.â Im Garten, besser Park stolzieren heute Pfaue umher, spreizen ihr prĂ€chtiges Federkleid, ohne sich vor JĂ€gern fĂŒrchten zu mĂŒssen. Blumenrabatte, Hecken, Rasen und BĂ€ume – alles ist kunstvoll angelegt.
Mit Kunstwerken gekonnt gestaltet – die Rip Van Winkle Gardens sind einfach schön Foto Ulrike Wirtz
Skulpturen sind mit Sichtachsen gekonnt in Szene gesetzt. Ein japanisches Teehaus ist zu bewundern, ebenso ein altes SchulgebĂ€ude, alte UnterkĂŒnfte von Personal der Mine und eine Scheune fĂŒr alte Kutschen, genannt das Acadian Carriage House. Der Garten reicht bis ans Seeufer. An einer Stelle ragt dann eben besagter Kamin trotz Wellen unĂŒbersehbar aus dem See empor.
Aus dem Desasterzu neuer Idylle
Madeleine klĂ€rt auf: Dass nĂ€mlich der Kamin zu einem von Bayless Junior neu erbauten Haus gehörte. Dass ein Bohr-Rigg der Firma Texaco auf dem See fahrend einen Teil der Mine der Diamond Crystal Salt Company versehentlich rammte und zwar derart, dass sich ein Loch mit Vakuumeffekt auftat, so dass ein Sog entstand und alles in seiner NĂ€he in die Tiefe saugte bzw. einstĂŒrzen lieĂ. Dass der See sich in Kettenreaktion des Sogs komplett in die unterirdischen Ăffnungen ergoss, dass Boote nun ohne Wasser unterm Kiel trocken fielen, auf dem Boden des Sees zerschellten und das Haus von Bayless Junior in den Krater stĂŒrzte, ebenso das Konservatorium.
Nur ein Kamin blieb – sonst ist vom Desaster nichts mehr zu sehen Foto Ulrike Wirtz
Nach dem Desaster musste der Verursacher den leeren See wieder fĂŒllen lassen â zum heute 3.000 Acres (1.200 Hektar) groĂen GewĂ€sser. Der See trĂ€gt viel zur heutigen Idylle bei, jedenfalls oberflĂ€chlich betrachtet.
# New Iberia – HW 90 West, HW 14 nach Abbeville, dann HW 82 West â Cameron â 180 KM
Hinter New Iberia tun sich erneut Bayous, SĂŒmpfe und immer mehr Marschland auf, je nĂ€her das Meer kommt. Folgte man nun dem HW 90 East, kĂ€men die StĂ€dtchen Houma und Morgan City, wo Werften Schiffe und Bohrinseln bauen, wo von kleinen Marinas Flotten von Shrimp-Fischern ausschwĂ€rmen und ebenso Bootstouren durch die Flora und Fauna starten, Alligatoren inklusive (siehe Lebensart-Reise vom 7. Dezember 2023).
Unser Roadtrip folgt aber dem HW 82 West, der auf gut 200 Kilometer an der Golf-KĂŒste vorbeigeht, bis Texas beginnt. Hier war einst das Nomanâs Land, von dem Roslyn sprach. Und beschert immer noch eine Einsamkeit und dazu einen scheinbar nicht endenden wollenden Weitblick. Marschland liegt auf der einen Seite des HW 82 West, auf der anderen StraĂenseite das Meer. Louisianas SandstrĂ€nde hier im SĂŒdwesten heiĂen Constance Beach, Little Florida Beach oder Holly Beach.
Und weit und breit keine Bettenburgen und Beach Boulevards wie andernorts so oft an der Golf-KĂŒste. Wohl gibt es einen kleinen Store, um Beach Toys auszuleihen und etwas fĂŒr den tĂ€glichen Bedarf einzukaufen wie etwa am Holly Beach.
Die Fahrt durch das einstige Nomanâs Land ist mangels Einsamkeit und Verkehr sogar so beschaulich, dass sich die bange Frage stellt: Wieviel Sprit ist im Tank? Der Blick auf die Tanknadel beruhigt, der Tank ist fast voll. Wasser- und EssensvorrĂ€te sollten auch immer reichlich an Bord sein. Wie erst mögen sich anno 1821 die Siedler auf ihrer Reise hierher in ihre neue Heimat gefĂŒhlt haben. Heute liegen am Weg ab und an HĂ€uschen auf den typischen Stelzen, um damit den Flutwellen bei tropischen StĂŒrmen und den noch stĂ€rkeren Hurrikans zu trotzen.
Das Ărtchen Pecan Islands
Dann kommt auf einmal eine Ortschaft namens Pecan Islands, zĂ€hlt laut Ortsschild 300 Einwohner und ist auch Adresse des Rockefeller Wildlife Refuge. In dem Naturschutzgebiet sind Stege ausgelegt, um trockenen FuĂes Flora und Fauna bestaunen zu können. Es darf – kontrolliert – gejagt und gefischt werden. FĂŒr dieses Wildlife Refuge stiftete der Industrie-Magnat Rockefeller 1919 dem Bundesstaat Louisiana 86.000 Acres (35.000 Hektar). 1955 begann die Organisation des Wildlife Refuge, fĂŒr den Naturschutz am Ort in Marschen und an KĂŒsten wissenschaftlich zu forschen, tut das nach wie vor und kooperiert dabei zum Wohl der Region auch mit vor Ort tĂ€tigen Mineralöl-Gesellschaft. Das und vieles mehr ist auf der Website des Rockefeller Wildlife Refuge nachzulesen.
Das Ărtchen Cameron
Der nĂ€chste Ort kommt 24 Kilometer weiter, heiĂt Cameron und hat 315 Einwohner. Gut doppelt so viele Menschen lebten in Cameron, bevor die Hurrikans Rita 2005 und Ike 2008 die KĂŒste maltrĂ€tierten. Die Region ist als Cameron Parish zusammengefasst, zĂ€hlt in toto 5600 BĂŒrger und ist damit der menschenleerste Parish in Louisiana. Bei so wenig Volk lĂ€sst sich mit einiger Phantasie ausmalen, wie sich Piraten in den Gegenden einst gut verstecken konnten und wie Trapper unbeobachtet ihre Fallen stellten; Museum Vermilionville und manche Western lassen grĂŒĂen. Bis ab 1821 Gesetze Einzug hielten und die Landvermesser kamen, um als Vorhut fĂŒr die nunmehr beginnende Besiedlung Kilometer fĂŒr Kilometer Grund und Boden und Wasser zu vermessen.
# Cameron – LA 27 West, genannt Creole Nature Trail – bis Holly Beach – 17 KM
Heute gelten Law & Order selbst fĂŒr Details, wie ich von Shalisa erfahre. Sie steht an einem Bayou nicht weit von Holly Beach, hat einen KĂ€scher in der einen Hand und eine lange Leine mit einem Köder in der anderen.
Shalisa ködert Blaukrebse mit rohen HÀhnchenkeulen Foto Ulrike Wirtz
Sie sieht meinen neugierigen Blick: âDas ist eine rohe HĂ€hnchenkeule. Sie ist ein guter Köder, um Blaukrebse zu fangen.â Blue Crabs – dafĂŒr sei Fangsaison von Mai bis Oktober. âDu brauchst aber eine Lizenz dafĂŒr. Die musst Du dabei haben. Hier wird nĂ€mlich kontrolliert.â Das heiĂt auch: So einsam ist es doch nicht. Lizenzen benötigen auch diejenigen, die zur Entenjagd oder zum Fischen von anderem Getier in der Gegend unterwegs sind. Und woher kommt Shalisa? âIch bin aus Texas und arbeite jetzt in Lake Charles. Aber nicht bei einer Ălraffinerie, wie das viele hier tun. Die sind hier wichtige Arbeitgeber.â
Holly Beach – LA 108 North, LA 378, US 171 South, US 90, LA 385 South – Lake Charles 100 KM
Lake Charles liegt am gleichnamigen See, zĂ€hlt 85.000 Einwohner, ist damit die gröĂte Stadt der Region und hat Hotels fĂŒr jeden Geldbeutel. Daher ist Lake Charles auch der Pit-Stopp zum Ăbernachten auf dem Rundkurs ĂŒber Lafayette zurĂŒck nach New Orleans, wo der Road-Trip begann. Als Highlights in Lake Charles gelten das Hotel Lâ Auberge wegen seiner schick-teuren Suiten und seines Casinos, die historische Downtown unter anderem wegen der Life-Music-Kneipe The Panorama Music House und die Uferpromenade des Sees mit den hĂŒbschen Villen.
Lake Charles- das Hotel L‘ Auberge bietet Luxus und GlĂŒcksspiel im Casino Foto Ulrike Wirtz
Ein weiteres Highlight und das nicht nur fĂŒr Fans alter Vinyl-Schallplatten findet sich genau neben dem Panorama Music House und heiĂt The Panorama Music Exchange. Der Laden ist nĂ€mlich eine wahre Fundgrube fĂŒr alte Vinyl-Platten in ihren OriginalhĂŒllen von Top-Acts aus alten Zeiten. SchmeiĂt Bam Arceneaux den Laden, spielt er ab und an den DJ, legt in alter Manier auf dem Plattenspieler frĂŒhe Meister des Pop und Soul auf, ob Beatles oder Jimi Hendrix. Buy, Sell and Trade sei das Motto, sagt Bam und stöbern erwĂŒnscht. „Of course“, sagt Bam.
Lake Charles‘ verstecktes Kleinod – der Laden fĂŒr alte Vinyl-Schallplatten; Bam ist sein bester VerkĂ€ufer und DJ und stolz auf seine Queens-LP A Night at the Opera
Sunset am Holly Beach
Vorher stehen noch Holly Beach und der Sonnenuntergang in Einsamkeit an. FĂŒrs Bierchen ist im Cooler vorgesorgt. Nur was ist das? Am Strand verlaufen im beige-farbigen Sand mehrere Reifenspuren von Autos. Und tatsĂ€chlich – ein, zwei Vehikel fahren irgendwo weiter entfernt ĂŒber den Holly Beach. Shalisa: âDas darf hier jeder. Besser gesagt, es ist nach wie vor nicht verboten.â
Weitere Info und wichtige Websites
Die offizielle Website fĂŒr Reisen durch Louisiana finden sich unter www.explorelouisiana.com – auch mit Info zu Regionen und StĂ€dten wie Lafayette, Lake Charles oder New Iberia. Mehr zur SeebrĂŒcke Lake Pontchartrain Causeway www.worldatlas.com. Zur Bootstour in den Bayous bei Slidell www.honeyislandswamp.com. In und um Lafayette: die KulturstĂ€tte Acadian Center for the Arts https://acadiancenterforthearts.org; die University of Louisiana Lafayette https://louisiana.edu; das Open-Air-Museum Vermilionville, auch die Tanzhalle https:// bayouvermiliondistric.org. In New Iberia: Rip Van Winkle Gardens und Joseph Jefferson Villa https://ripvanwinklegardens.com. Das Parish Cameron https://visitcameronparish.org. Das Rockefeller Wildlife Refuge www.wlf.louisiana. In und um Lake Charles: www.visitlakecharles.org; auch mit Info zum Louisiana Creole Nature Trail und zu den StrĂ€nden Holly Beach oder Little Florida Beach. Details zum Hotel L‘ Auberge Lake Charles: https://llakecharles.com.
Die Restaurant-Tipps: Rips on the Lake www.ripsonthelake.com. Palmettos on the Bayou www.palmettosonthebayou.com
Cajun und Creole Beide Begriffe begegnen einem immer wieder in Louisiana. Beide finden sich auch auf Speisekarten in vielen Restaurants des SĂŒdstaats. Das Wort Cajuns bedeutet Arcadians auf Französisch – siehe oben – und steht fĂŒr die frĂŒhen Siedler mit prĂ€gender Rolle fĂŒr Louisiana. Die spielen sie mit ihrer Herkunft aus Frankreich und ihrem Umweg ĂŒber die Karibik bis heute bei Louisiana-typischen Speisen, vor allem Gumbo: ein mit dunklem Mehl angedickter Eintopf wahlweise mit Fleisch, Shrimps oder Alligator – und immer mit GemĂŒse. Und Po‘ Boys, die traditionellen Sandwiches und meist riesig. Zur Cajun-KĂŒche gehören auch WĂŒrste mit Innenleben von Schwein oder Huhn â genannt Boudoins.
Dazu gesellte sich einst und gesellt sich bis heute die kreolische KĂŒche mit ihren afrikanischen und karibischen GewĂŒrzen und dem GemĂŒse Okra. Diese lukullische Richtung geht gerade auch auf die Herkunft der frĂŒheren Sklaven aus Westafrika zurĂŒck.