Ameron Hotel in Hamburger Speicherstadt

Hamburg – Speicherstadt mit Top-Hotel

Den Kern der Speicherstadt bildet das historische Lagerhausensemble, dereinst Zentrum des Handels mit Kaffee, Tee und Gewürzen aus aller Welt. 2015 wurde es als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Nunmehr lässt sich im traditionell-hanseatischen Umfeld auf Zeit einchecken – im klassisch-eleganten Ameron Hamburg Hotel Speicherstadt, ein Haus aus dem 4-Sterne-Segment Ameron Collection der Althoff Hotels.

Ameron Hotel in Hamburger Speicherstadt
Hamburgs Unesco-Erbe Speicherstadt – mittendrin das schicke Ameron Hotel Speicherstadt

Der Name Althoff Hotels steht bekanntlich für Besonderheiten bei Architektur, Lage, Individualität und Qualität der Häuser und das nicht nur bei seinen Schlosshotels. So orientiert sich das Ameron in Hamburgs Speicherstadt beim Interieur an Stil und Farbkonzept der 1950-er/1960-er Jahre und nimmt im dunklen Holz an den Wänden und als Sitzmöbel den Stil Alt-Hamburger Hafenkontors auf. Modernität versprechen italienisches Restaurant, Bar, Fitness-Center und Spa. Und dann die Lage: am Wasser, City-nah, und nur zehn Minuten zu Fuß sind es zur Elb-Philharmonie.

Websites und weitere Info zu Speicherstadt:

www.ameroncollection.com   

Singapore Airlines_Rückkehr des A380 Foto Kontstantin_von_Wedelstaedt

50 Jahre Singapore Airlines ab Deutschland

Am 3. August 1972 landete die Airline aus dem Stadtstaat Singapur erstmals auf deutschem Boden. Zielflughafen des Jungfernfluges ab Singapur war Frankfurt am Main, der Name der Airline damals noch Malaysia Singapore Airlines mit dem Kürzel MSA. Seit langem fliegt der Carrier nun unter dem Kürzel SIA. Bei der Premiere Singapur-Frankfurt vor 50 Jahren jettete eine Boeing 707 über Mumbai, Bahrein und Rom zur Main-Metropole und von hier weiter nach London. Seit 1987 besteht die Direktverbindung mit SIA nonstop von Singapur nach Frankfurt.

Derweil startet die für ihren Top-Service bekannte Airline zweimal täglich ab Frankfurt nach Singapur und von dort weiter etwa nach Australien. Hinzu kommt heuer eine Direktverbindung von München nach Singapur und retour. Als sehr attraktiv gilt zudem die Weiterreise mit SIA ab Frankfurt täglich nach New York – wegen des Starts am frühen Morgen und des Abflugs in New York am Abend. Reisenden bringt das quasi einen Tag zusätzlich in der US-Megacity.

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Weil Frankfurt laut eigener Angaben für Singapore Airlines das wichtigste kontinental-europäische Drehkreuz ist, stetzte die Airline auf der Strecke Singapur-Frankfurt auch erstmals den A380 ein – diesen Riesenvogel der Lüfte von Airbus. Das war 2012. Der kommt nun – pünktlich zum 50. Jubiläum von Singapore Airlines – auch wieder ab Frankfurt zum Einsatz: mit Ziel New Yorker JFK Airport. Denn nach dem Corona-bedingten Rückgang aller Flugaktivitäten sind Geschäftsreisen ebenso wieder angesagt wie touristische Tripps – gerade auch für die Airline, die seit 70 Jahren erfolgreich im Business und die nach Branchen-Insidern die Fluggesellschaft mit den meisten Auszeichnungen weltweit ist.

Parallel zum 50. Jahrestag startet sie auf der Strecke Singapur-Frankfurt-New York wieder mit der A380, die nach einem sogenannten Retrofit gerade auch mehr Platz in allen Buchungsklassen verspricht.

Websites und weitere Info zu Singapore Airlines:

www.singaporeair.com/de

Feuerwerk C_Duesseldorf Tourismus GmbH Foto Joerg Letz

21. Mai: Japan-Tag in Düsseldorf

Am Rheinufer lässt sich am Japan-Tag am 21. Mai wieder ein besonders intensives japanisches Flair genießen. Und zum Abschluss gibt es auch wieder das spektakuläre Feuerwerk wie bekannt aus den Jahren vor Corona. Damit zeigt die japanische Gemeinde in der NRW-Metropole Flagge: Sie gilt als die drittgrößte japanische Gemeinde Europas und entfaltet sich mit Geschäften, Lokalen, Hotels und Büros das ganze Jahr über vor allem in ihrem Quartier Little Tokyo zwischen Düsseldorfs Hauptbahnhof und Innenstadt.

Japan-Tag Geishas C_Duesseldorf Tourismus Foto U.Otte
Geishas zeigen ihre graziöse Kunst C_Duesseldorf Tourismus Foto U.Otte

Japan-Tag

An diesem Samstag im Mai wird die Rhein-Uferpromenade wieder zu einer besonderen Flaniermeile, wo sich die japanische Kultur an Verkaufs- und Ausstellungsständen entfaltet, wo auf Bühnen traditionelle Geishas performen und wo alt-japanische Kampfkunst zu bewundern ist.

Kaempfer C_Duesseldorf Tourismus Foto David Young
Traditonell japanisch zeigen Kämpfer ihre Kunst C_Duesseldorf Tourismus Foto David Young

Top-Acts musikalischer Art dürfen nicht fehlen – heuer tritt die J-Pop-Gruppe „Charan-Po-Rantan with Kankan Balkan“ auf und mixt Französisches Chanson und Balkanmusik zum einzigartigen internationalen Sound. Dazu trägt die Gruppe farbenprächtige Kostüme. Ein Karaoke-Wettbewerb darf auch nicht fehlen – bis dann das 25-minütige Feuerwerk abbrennt: in fünf Szenen unterteilt und unter dem Motto: Miteinander für Frieden und Freundschaft. Das Feuerwerk wird vom WDR live übertragen. Die offizielle Eröffnung des 19. Japan-Tags Düsseldorf NRW findet am 21. Mai um 12.30 Uhr auf der Hauptbühne am Burgplatz statt.

Websites und weitere Info:

www.japantag-duesseldorf-nrw.de, www.duesseldorf-tourismus.de

Celebrity Beyond - Kreuzfahrschiffe

Kreuzfahrtschiffe ohne Ende

Bis 2027 legen internationale Werften 75 Kreuzfahrtschiffe neu auf Kiel – darunter auch für den Einsatz für die Luxushotel-Kette Ritz Carlton oder die Royal Caribbean Group. So der Report „Cruise Industry News“ nach seinem aktuellen Blick in die Orderbücher der Branche. Von den 75 neuen Cruise Ships werden 24 mit dem Flüssiggas LNG (liquefied natural gas) fahren. Laut Order beträgt der Gesamtwert der 75 Ozeanriesen 48.5 Millarden $, ergibt einen Wert pro Schiff im Durchschnitt von 646 Mio. $, so der Report. Und die Schiffe bieten im Schnitt Platz für jeweils 2.256 Kreuzfahrtgäste. Unter den neuen Ozeanriesen sind eigens für Abenteuertripps sowie Expeditionen ausgelegte Schiffe.

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Die Orderbücher verraten auch, dass zwei Neubauten für die Ritz-Carlton Yacht Collection in Arbeit sind – für jeweils 456 Passagiere und mit einer Ausstattung entsprechend dem bekanntlich hohen Niveau der internationalen US-Hotelkette. Deren Fertigstellung ist für 2024/2025 avisiert.

Jüngst ausgeliefert wurde der Dampfer Celebrity Beyond – in Diensten der Royal Caribbean Group. Der schippert in seiner ersten Saison durch die Gewässer Europas.

Websites und weitere Info zu Kreuzfahrtschiffen:

www.cruiseindustrynews.com. www.celebritycruises.de. www.ritzcarlton.com

Paleis Het Loo

Paleis Het Loo – Alter Glanz erstrahlt ganz neu

Wegen Sanierung und Restaurierung war der einstige Königlich-Niederländische Paleis Het Loo eine Auto- bzw. Zugstunde östlich von Amsterdam vier Jahre geschlossen. Ab sofort hat der frühere Palast der Royals seine Türen wieder für jedermann geöffnet – und ist prächtiger als zuvor. Seit 1984 dient Paleis Het Loo nahe Apeldoorn als Museum, seither kann die Öffentlichkeit den Lebenstil seiner früheren Bewohner bestaunen. In den gut 300 Jahren zuvor hatte die Königliche Familie Oranje, die Oranier, den Palast in den Wäldern der Veluwe vor allem als Landsitz genutzt. Das Land dafür hatte sein Bauherr Willem III. van Oranje 1684 – dereinst Statthalter der Niederlande und späterer König von England, Schottland und Irland – erstanden. Rund fünf Jahre später war das Freizeitdomizil bezugsfertig für Willem III. und seine Gattin Mary II. Das Gemäuer steht für Pracht und Macht: von außen im Baustil des 17. Jahrhunderts inmitten üppiger Barock-Gärten; im Innern vereint es Barock, Rokoko, Empire und Romantik.

Barock-Garten Paleis Het Loo

In der vierjährigen Generalüberholung des Museum-Palastes wurden das oft jahrhundertealte Mobiliar restauriert, das Gold an Säulen und Wänden wieder in früheren Glanz versetzt, antike Teppiche überholt bzw. wieder an ihrem alten Platz ausgebreitet, nachdem in Lagern gesucht und gefunden, repariert und gereinigt. „Für all diese Arbeiten braucht es besondere Expertise der einzelnen Gewerke“, betont George Sanders, der als Kurator die Überholung des Paleis Het Loo betreut hat. Zudem wurden gerade auch Bausünden der neueren Zeiten bereinigt, gerade auch durch die Beseitigung von Asbest, der zum Beispiel bei nachträglich eingezogenen Zwischenwänden verwendet wurde.

Esszimmer_neu_Paleis_Het_Loo_Foto Ulrike Wirtz

Ganz neu ist auch die Art, das Palast-Museum zu besichtigen. Denn es gibt nun zwei Routen, die Routen Ost sowie West, und stehen als Audio-Touren zur Verfügung. Sie lassen sich durch die Nummerierung der Räume am Boden einfach verfolgen und erschließen einem das Paleis Het Loo im Laufe der Zeit seiner jeweiligen Bewohner: vor allem eben Willem III. und Mary II. (die Route Ost zum 17. Jahrundert). Und vor allem viel später Königin Wilhelmina, die Urgroßmutter des jetzigen Königs Willem-Alexander van Oranje-Nassau (die Route West vor allem zum 19./20. Jahrhundert). Gerade Wilhelmina nutzte den Paleis Het Loo nicht nur ab und an in den Ferienzeiten oder zur Jagd, so Kurator Sanders – „sie lebte immer im Paleis Het Loo und ist hier 1962 verstorben“.

Aus der insgesamt barock-verspielten Opulenz des Interieurs sticht fast am Ende der Route West ein Raum hervor – wegen seiner dezent-eleganten Möblierung im typischen Stil der 1950/1960er Jahre. Üppiges Golddekor fehlt völlig, stattdessen einige wenige Jagdtrophäen an den Wänden und riesige Wandgemälde.

Salon_Prinz_Bernhard_Foto_Ulrike_Wirtz

Augenfällig ist zudem ein Telefon mit Drehscheibe, der Vorgänger also von Tastentelefonen und vor allem Handys. Das ist das Zimmer von Prinz Bernhard, der Prinz-Gemahl von Königin Juliana, der Großmutter des jetzigen Königs. Prinz Bernhard, sein Großvater, ließ es so einrichten, nutzte es als sein Büro und traf sich hier mit Freunden. Kurator Sanders: „Er stammte aus Deutschland – wie so viele Prinzgemahle der Königinnen aus der Familie Oranje.“

Websites und weitere Info:

Der Paleis Het Loo ist seit 15. April wieder geöffnet und präsentiert sich nach einer vierjährigen Restaurierungsphase mehr als zuvor als Museum. Zumal zur besseren Erkundung per Audio-Besichtigungstour zwei Routen erarbeitet wurden: die Routen Ost und West, geeignet ab zwölf Jahren und zu hören über moderne Technik oder Gratis-App auf dem eigenen Handy. Desweiteren gibt es eine speziell für Kinder aufgelegte Route West und geeignet für Kinder ab sieben Jahre. https://paleishetloo.nl

Der Ausflug zum Palais Het Loo lässt sich gut kombinieren, etwa mit einem Spaziergang durch die Wälder der Veluwe und mit einem Bummel durch die Idylle der Stadt Apeldoorn mit ihrer Altstadt und schönen Parks (www.uitinapeldoorn.nl; www.vvvapeldoorn.nl).

Tipp zum Übernachten: das Boutiquehotel Zenzez Hotel & Lounge im Jugendstilgebäude nahe Oranjepark – ruhig gelegen und doch zentral; Gastgeberin Petra Bangma macht ein 1a-Frühstück www.zenzezhotelandlounge.nl.

TUI_Urlaub

Urlaub zu zweit – mit Sonnengarantie

Genug vom Homeoffice und zur Abwechslung mal ein paar Tage ohne die Kids? Da tut ein Urlaub zu zweit mit Sonnengarantie gut in einem Adults-Only-Hotel – zum Beispiel aus dem Angebot von TUI, Deutschlands Reisekonzern. Solche Partner-Urlaube lassen Paare schön durchatmen – noch dazu wenn in garantiert warmem Frühlingsklima quer durch Südeuropas Mittelmeer-Gefilde. So wartet etwa auf dem spanischen Eiland Fuerteventura der Robinson Club Jandia Playa, auf der griechischen Insel Rhodos das Atlantica Imperial Resort oder an der Türkischen Riviera im Ort Side das TUI Blue Side oder auf Fuertventura das TUI Blue Riu Calypso Resort & Spa.

Lage am Meer, großzügige Pool-Landschaften, Wellnessstunden in Spas und das alles nur zu zweit genießen – das hört sich nach hohem Verwöhnfaktor an.

Sonnengarantie – Websites und weitere Info:

www.tui.com

neues Bowes Center Foto:xyxyx

San Franciscos neue Adresse für Musik

Ab sofort hat das neue Bowes Center for Performing Arts des San Francisco Conservatory of Music seine Tore geöffnet – im neuen ansehnlichen Gebäude. Schon architektonisch hat die Sehnsuchtsstadt am Golden Gate damit ein weiteres Highlight: Das 12-stöckige Gebäude wurde von den angesagten Mark Cavagnero Associates entworfen; 200 Millionen US-Dollar wurden investiert. Das Center liegt zentral gegenüber der Davies Symphony Hall, einen Block südlich der City Hall. 

Als neues Zentrum für Musik ist das Bowes Center ein sogenannter vertikaler Campus, auf dem Studenten Musik komponieren, lernen und teilen können. Das Gebäude verfügt über einen verglasten Aufführungsraum mit Blick auf die Kuppel des Rathauses und andere, von der Straße einsehbare Bühnen.

Der Campus ist zudem keine geschlossene Lern-Veranstaltung – vielmehr öffnet sich das Bowes Center for Performing Arts musikinteressiertem Publikum mit etlichen Aufführungen. Diese sind noch dazu zu 90 Prozent für die Öffentlichkeit kostenlos.

Websites und weitere Info:

Zum Bowes Center https://sfcm.edu/performance-calendar. Zur Stadt San Francisco www.sftravel.com. Zur Anreise: per Flugzeug über den San Francisco Airport SFO; ab Frühjahr gibt es von Deutschland aus regelmäßige Direktverbindungen www.flysfo.com.

Orlando/Florida Universal; Foto Aditya Vyas

Orlando – mit Play zum Spielen nach Florida

Ab Oktober fliegt die neue Airline Play Floridas Metropole Orlando an, die Heimat der Themenparks Walt Disney World und Universal Studios. Akutuell verbindet die Low-Cost-Airline Play aus Island bereits 22 beliebte Destinationen in Europa mit Reykjavik, Islands Insel-Hauptstadt – und von dort aus weiter über den großen Teich mit USA. „Play baut ihre Präsenz in den Vereinigten Staaten strategisch aus“, so Play-CEO Birgir Jónsson. „Unsere Entscheidung, die Aufnahme dieser Strecke zu beschleunigen, beruht auf der hohen Nachfrage der Verbraucher nach günstigen Reisen.“

Airbus von Islands neue Airline. Foto: Birgir-Steinar-Birgisson
Mit Play nach USA

Orlando – Weitere Infos:

Zu den Verbindungen der Low-Coast-Airline Play – auch zu den Möglichkeiten von Zwischenstopps auf der Insel der Geysire, Heißwasserquellen und Abertausender von Schafen www.flyplay.com

 

Kanal-Insel Jersey mit Leuchtturm von La Corbiere; Foto Visit Jersey

Kanalinseln – von very british bis savoir vivre

Im Meer vor Großbritannien nahe der französischen Küste verstecken sich kleine Inseln mit Charme und Lebensqualität und besonders mildem Klima. Jersey heißt das Haupteiland der Kanalinseln und ist auch die größte, die anderen kleineren sind Guernsey, Alderney, Sark und Herm. Wer in diesem Sommer auf Jersey und Co. Urlaub machen möchte, darf sich über eine Reihe direkter Flug-Alternativen freuen. Gleich mehrere Airlines bieten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf die Haupt-Insel Jersey.

Kanalinseln mit der Lufthansa

So offerieren Lufthansa (ab München) und Eurowings (ab Düsseldorf) ihren Passagieren von April bis Oktober komfortable Direktflüge nach Jersey. Erstmals im Angebot ist auch eine Linienflugverbindung ex Lübeck (Lübeck Air). Darüber hinaus finden sich bei einer Reihe von Reiseveranstaltern Charterflüge ab diversen deutschen und Schweizer Airports. Insel-Hopping zum Beispiel nach Guernsey erfolgt ganz traditionell per Schiff.

Kanalinseln Gorey Castle Foto Visit Jersey
Gorey Castle – Maritime Idylle und mehr. Foto Visit Jersey

Neben den genannten Direktverbindungen ist weiterhin die Anreise per Flug via Großbritannien mit Umstieg in London Heathrow möglich. 

Websites und weitere Info:

Unter www.jersey.com

Corelstahl-Skulptur von Ruud v.d.Wint

De Nollen: Wie eine Stahlfeder vom Himmel fiel

Von Ulrike Wirtz

De Nollen ist keine Gemeinde, kein Campingplatz, sondern ein Garten Eden der Kreativität. Der Künstler hat Objekte und Landschaft als ein Ganzes gestaltet: Ruud van de Wint. Seine Monumental-Kunst Open Air versteckt sich im hohen Norden Hollands direkt bei Den Helder.

Ein niederländischer Nol kann Diverses sein: eine Knolle bzw. Haufen bzw. Hügel. Beim „De Nollen“ bei Den Helder ist das tiefgestapelt. Denn es ist ein Projekt mit monumentaler Kunst – vereint mit vom Künstler wie natürlich gestalteter Landschaft. „Das Ganze ist ein Gesamtkunstwerk“, schwärmt Rob Siesling, als er mit mir zur Führung durch den De Nollen startet.

Keine Knolle, sondern Monumental-Kunst

Der Garten Eden der Kunst nimmt ein 14 Hektar großes Naturareal ein; Rob Siesling ist einer der Guides, die bei Führungen das Besondere nahebringen. „Daher gibt es nur geführte Touren“, so der Guide, der sich als Natur- und Kunstfreund vorstellt. Das Projekt De Nollen scheint sich fast zu verstecken hier unweit der Küste.

De Nollen - Monumentalkunst Open Air

Noch dazu kommt erst ein opulentes Tor aus Cortenstahl im typisch-rostigen Look am Ende eines Pfads durchs Grüne. Das aufwändige Tor signalisiert aber auch: Hier warten größere Schätze. Nämlich meterhohe, abstrakte Skulpturen, die meisten aus besagtem Cortenstahl, einige aus Kupfer – allesamt gut 20 und namenlos, aber nummeriert. Und sonst nur schöne typisch nordholländische Landschaft – auf den ersten Blick wie von der Natur geformt als Dünenland: hier Gras, dort Gebüsch, hier Dünensand, dort Teiche und Bächlein. Doch Kunst und Land hat Reindert Wepko van de Wint – kurz Ruud v. d. Wint (1942-2006) – entworfen und gemacht bzw. bearbeitet und bepflanzt.

Königliche Bewunderin

Auf dass beide zur selbstverständlichen Einheit zusammenfinden; so sein Traum, so nachzulesen auf der Website „Project De Nollen“. Ruud v. d. Wint war Absolvent der Rijks-Akademie für bildende Künste in Amsterdam, war Maler, Bildhauer, Zeichner und Autodidakt als Schweißer und Landschaftsarchitekt. Guide Rob Siesling: „Beim Bau der Skulpturen griff er selbst zum Schweißgerät und fuhr zum Aufbau selbst den Kran. Aber für manches hatte er Helfer.“

Skulptur aus Bronze

Aber wieso so versteckt? „Als Ruud v. d. Wint das Areal 1980 erwarb, war das auch eine Art Rückzug, um seinen Traum zu realisieren.“ Da genoss der Künstler schon internationalen Ruf, war bekannt durch Wandgemälde in der Zweiten Kammer der niederländischen Regierung, hatte ausgestellt auf der Documenta in Kassel, in der Kunsthalle Basel etc. In seiner Heimat waren Werke von ihm im Stedelijk Museum in Amsterdam zu sehen oder im Kröller Müller Museum in Otterlo. Guide Rob Siesling: „Die frühere Königin Beatrix schmückte ihren Arbeitsplatz im Paleis Noordeinde mit seiner Kunst und besuchte ihn sogar im De Nollen.“

Kunst auch der Illusion

Mein Art Walk open Air dauert gut zwei Stunden und beginnt mit Vogel-Gezwitscher und quakenden Fröschen. Und dann kommen drei schmale, runde Säulen mit spitzen Enden in den Blick, ragen zehn Meter aus dem Rasen empor – die Nr. 0185.

Säulen-Skulptur Nr. 0185

Von nahem wird sichtbar, dass das Trio mit Kupferdraht so gleichmäßig umwickelt ist, als wäre der sperrige Draht eine filigrane, flexible Kordel. Was für eine Idee, was für eine Arbeit. Rob Siesling geht zu einem von Gebüsch versteckten Teich: „Stell‘ Dich mal hierher.“ Gesagt, getan. „Siehst Du, wie das Wasser die drei Säulen spiegelt.“

Sechs Säulen sind es nun – als eine von Standort und Sonnenstand abhängige Illusion. Bis sich auf einmal das Wasser nach einer Böe kräuselt, dabei seine drei Säulen verzerrt. Der Wind hat dieses andere Bild gemalt. Rob Siesling: „Das ist Absicht.“ Wie alles hier.

Blickachsen des Maestro

So setzte Ruud v. d. Wint Wasser und Wind interaktiv-gestalterisch ein, ebenso den Wechsel von Licht und Schatten. Dieses Zusammenspiel der Elemente plante er akribisch auf Papier. Und plante ebenso – ganz Landschaftsarchitekt – Blickachsen. Daher fällt automatisch weiter hinten ein grün bewachsener Hügel ins Auge, auf seiner Kuppe eine Art meterhohe Haube aus Cortenstahl. „Mit den optischen Verbindungen setzte er Kunst und Landschaft optimal in Szene“ (Rob Siesling) – und verhilft dem Betrachter zu 1a-Genuss.

Cortensahl-Haube auf altem Bunker

So auch bei dem mehr als mannshohen Cortenstahl-Gebilde Nr. 0195. Es erinnert an eine ausgerollte Apfelschale und lässt sich von Hand unerwartet leicht in Schwingung versetzen; so macht der Guide es vor, ich es nach. Andererseits stellte der Künstler das Werk so auf, dass es – siehe oben – gerade auch der Wind bewegt. Der weht an diesem Sommermorgen leicht, genauso leicht schwingt das Werk und beschert meditative Augenblicke.

Skulptur Nr. 0195

Die Hügel übrigens sind nicht natürlich entstanden. Sie kaschieren die 24 Bunker aus der einstigen militärischen Nutzung des Areals. Der Künstler bepflanzte auch diese Relikte mit Rasen und Büschen, machte sie unsichtbar und setzte on top mal eine Skulptur, mal nichts. Vereinzelte Bunker schmückte er innen mit seiner Kunst: mal mit orange-roter Wandmalerei, mal mit Wänden ganz in Blau.

Alter Bunker mit kunstvollem Innern

Letzteres Werk ist neun Meter hoch und lässt das Blau oben in Weiß enden, als wäre dort ein bewölkter Himmel. „Das sorgt für ein Gefühl, dem Himmel echt nah zu sein.“ So erklärt Ralph Keuning, Direktor des Museums de Fundatie in Zwolle, die Wirkung des blauen Raums auf ihn bei seinem jüngsten Besuch vor Ort und festgehalten von Avrotros-TV.

Labor der Kunst

Das Blau erinnert an das berühmte International Blue des Malers Yves Klein, ist aber wie alles im De Nollen von Ruud v. d. Wint. Das unterscheidet seinen Garten der Kunst von anderen im Land, denn die versammeln oft Skulpturen verschiedener Künstler. Und nur beim De Nollen hat der Künstler selbst die Landschaft designt und angelegt von eigener Hand.

Cortenstahl im typisch rostigen Look

Kunsthistoriker Ralph Keuning nennt das ganze sogar „ein Labor für die Kunst. Und was für ein Erlebnis, hier durchzulaufen“.

Meine Tour rundet zum Ende Oeuvre Nr. 0198 ab: zehn Meter hoch und 14 Meter lang und einst für das Kröller-Müller Museum gedacht.Von weitem erinnert es an eine schwebende Feder. Der Maestro schuf es kunstvoll aus Cortenstahl – mit 25.000 Tonnen Gewicht. Rob Siesling: „Wir nennen es Harmonica. Es lässt sich wie eine leichte Feder bewegen.“ Wirklich? Und wieder gesagt und getan: Gemächlich fangen 25.000 Tonnen an, sich zu drehen – langsam und geräuschlos wie eine Feder, die vom Himmel schwebt.

Skulptur Nr. 0198

Wichtig zu wissen und Websites – auch weiterer Art Walks open Air in Holland

Ruud v. d. Wint kaufte das Areal 1980 für einen symbolischen Gulden und investierte Hundertausende Gulden bzw. Euro. An seinem Gesamtkunstwerk De Nollen arbeitete er bis zu seinem Tod 2006, seither halten es seine Söhne Gijs und Ruud hoch (https://projectdenollen.nl).

Weitere Kunst-Parks unter freiem Himmel: etwa Kröller-Müller Museum https://krollermuller.nl; Skulpturenpark am Kasteel het Niejenhuis www.museumdefundatie.nl/de/skulpturengarten; Land Art www.visitflevoland.nl